Piktogramm Huhn
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Sichere Lebensmittel beginnen hier
Foto Ein Silozug von BEST 3 auf der Straße
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Foto Zwei Mitarbeiter vor der Best 3 Verwaltung

Fokus Geflügel 2018: Geflügelprodukte liegen im Trend – heimische Erzeugung stärken

Foto Referenten des Fokus Geflügel 2018

Die Referenten des Fokus Geflügel von links nach rechts: Robert Pottgüter, Christian Lienau (Boehringer Ingelheim), Rainer Dullweber, Klaas Knoll, Franz Nobis, Uwe Haring, Thomas Storck, Volker Bahrs (BEST 3)

Fokus Gefluegel 2018 Broering Unternehmensgruppe

Die Geflügelbranche hat guten Grund, positiv in die Zukunft zu schauen, denn das Wachstum des Geflügelfleischkonsums weltweit ist ungebrochen groß. Das sogenannte weiße Fleisch gilt als gesund und ist regionsunabhängig. Auf Einladung der BEST 3 Geflügelernährung GmbH aus Twistringen und Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH reisten deshalb am 21. September 2018 weit über 250 Zuhörer nach Twistringen im Landkreis Diepholz, um sich beim 3. Fokus Geflügel auf den neuesten Stand des Wissens zu bringen. Moderator Uwe Haring führte gekonnt durch den Tag.

In diesem Jahr gab es außerdem einen Anlass zu feiern: Die BEST 3 Geflügelernährung GmbH begeht ihr 15-jähriges Jubiläum, wie Geschäftsführer Rainer Dullweber zum Auftakt mitteilte. Darüber hinaus erläuterte Christian Lienau, Gebietsleiter Geflügel bei Boehringer Ingelheim, das Engagement des weltweit drittgrößten Unternehmens in der Geflügelgesundheit für die deutsche Geflügelbranche: Boehringer Ingelheim setzt am Standort Deutschland auf Forschung & Entwicklung mit Fokus auf innovativen Impfkonzepten.

Wir müssen das Management in der Legehennenhaltung so ändern, dass sich das Tierwohl bei gleichzeitiger Steigerung der Effizienz verbessert.

Wie sich die Anforderungen an die Haltung von Legehennen ändern, darüber berichtete Robert Pottgüter, Lohmann Tierzucht GmbH in Cuxhaven. „Die Herausforderung der modernen Geflügelzucht ist es, Tierwohl und mehr ökologische Erzeugung gemeinsam mit einer Steigerung der Effizienz zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung zu verbinden. Aktuell beschäftigen wir uns damit, wie sich das Management bei intaktem Schnabel der Hennen ändern muss, damit es nicht zu Federpicken und Kannibalismus in unseren Ställen kommt. Die Ursachen für dieses Verhalten sind multifaktoriell. Um es zu lösen, ist viel Anstrengung nötig, doch mehr Beschäftigung und eine darmgerechte Fütterung mit mehr Struktur durch mehr schwer verdauliche Rohfaser sind wichtige Stichworte. Den Darm pflegen, das rechnet sich“, so der Zuchtexperte. Neue Zuchtziele seien es, den Oberschnabel kleiner zu züchten sowie stabilere Eischalen und Knochen.

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Der Handel sollte mehr Tierwohl besser honorieren und deutsche Ware bevorzugen.

Wo die Herausforderungen bei der Haltung und Vermarktung von Wassergeflügel liegen, erklärte Franz Nobis vom Geflügelhof Nobis GmbH in Bakum. Er hält Moschus- und Pekingenten sowie Gänse. „Die Haltung von Wassergeflügel ist eine Nische in Deutschland, sicherlich auch deswegen, weil die Haltung in Deutschland seit der Haltungsverordnung komplizierter geworden ist. Die Forderungen nach mehr Tierwohl haben wir gerne erfüllt, doch leider bezahlt uns der Handel unseren Aufwand nicht entsprechend, sondern kauft lieber die preiswertere Ware aus dem Ausland, die nicht nach unseren Tierschutzaspekten produziert wird. Besonders die Wassergeflügelhaltung in Polen und Ungarn wächst rasant.“ Er machte hinsichtlich des nahenden Winters auf die Vogelgrippe aufmerksam und auf das Problem, dass er hinsichtlich einer Aufstallpflicht mit seinen Gänsen hat. „Die Gänsehaltung ist eine Freilandhaltung, die Gänsehalter haben meistens gar keine Ställe, weil die Gans als Saisongeschäft in der Regel spätestens zu Weihnachten geschlachtet ist. Gänse aufzustallen ist tierschutzwidrig, weil die Gänse Ställe nicht kennen. Hier brauchen wir eine Ausnahmegenehmigung.“ 

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Wir brauchen ein Umdenken von „immer mehr“ zu „kontrolliert weniger".

  
Gegen preiswerte Importe aus dem Ausland sprach sich auch Klaas Knoll aus. Er ist Inhaber der Optimum Vita / Der neue Weg GmbH in Emlichheim. „Wir müssen die 5-D-Kennzeichnung, also „Elterntiere, Schlupf, Aufzucht, Futtermühlen und Schlachtung in Deutschland“ unbedingt verteidigen und dem Verbraucher nahe bringen. Der Sektor muss zusammenstehen und sich unterstützen.“ Klaas Knoll ist Pionier mit der Idee, die Küken direkt im Stall schlüpfen zu lassen, um ihnen den Transportstress als Eintagsküken zu ersparen und ihnen einen bestmöglichen Lebensstart zu verschaffen. Hierzu hält er eigene Elterntiere, die er mit einem umfassenden Impfprogramm schützt. Mit dem Schlupf in einem speziellen High Care-Stall mit Fußbodenheizung und sofortiger Futterversorgung verschafft er den Küken den optimalen Start. „Wir machen das jetzt so seit über 5 Jahren, und nach 110 Durchgängen haben wir den Küken noch keine Antibiotika geben müssen.“

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Putenfleisch braucht neue Produktideen, denn es ist vielseitig verwendbar.

Thomas Storck, Putenhalter und Vorsitzender des Verbandes Deutscher Putenerzeuger e.V., bestätigte die Schwierigkeiten der Branche, beim Handel einen kostendeckenden Preis zu erzielen. „Der Wettbewerb aus dem Ausland, vor allem Polen, ist groß, dementsprechend viel billige Ware kommt bei uns auf den Markt. Wir arbeiten in der Putenhaltung mit einem Gesundheitskontrollprogramm, Polen nicht. Deshalb streben wir dessen EU-weite Einführung an, damit diese Wettbewerbsverzerrung aufhört. Putenfleisch ist sehr vielseitig zuzubereiten und wird gerne gegessen. Derzeit fehlt es uns ein wenig an Innovationen. Ähnlich wie beim Hähnchen müssten sich die Vermarkter dringend neue Produkte mit Putenfleisch einfallen lassen. Thanksgiving mit dem traditionellen Truthahnessen in Deutschland bekannter zu machen wäre ein guter erster Schritt.“

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